Dauerausstellung
„Die Grenzübergangsstelle Marienborn: Bollwerk, Nadelöhr, Seismograph“

Ziel der Dauerausstellung ist es, die Geschichte der GÜSt Marienborn vor dem Hintergrund des von Deutschland begonnenen und verlorenen Zweiten Weltkrieges und der Teilung Deutschlands darzustellen. Auf der Kontrollstelle in der Nähe des nur wenige Einwohner umfassenden Dorfes Marienborn ist die Weltgeschichte präsent. Von den Alliierten als einziger Übergang von und nach Berlin bestimmt, entwickelte sich der Kontrollpassierpunkt Marienborn nach Gründung der DDR zum Bollwerk des Grenzregimes, zur größten Kontrollstelle an der deutsch-deutschen Grenze und zu einem Symbol der zunehmenden Abschottung des SED-Staates, dem die Menschen davonliefen. Gleichzeitig war die GÜSt Marienborn ein Nadelöhr zwischen den Welten. In diesem Sinne markiert die Anlage den Unrechtscharakter der DDR, deren politische Führung auf Menschen schießen ließ, wenn sie von Deutschland nach Deutschland gelangen wollten. Gleich einem Seismographen waren hier die innerdeutschen und internationalen Spannungen in der Abfertigung der Reisenden ablesbar.
Die Dauerausstellung im Erdgeschoss des Dokumentations- und Informationszentrums gliedert sich in zwei Abteilungen, im West- und im Ostflügel des Gebäudes mit acht Ausstellungsbereichen. Sie umfasst insgesamt 86 Graphikträger mit Texten, Fotos und faksimilierten Dokumenten sowie vier akustische bzw. optische Medienangebote und über 80 Objekte.
Die Ausstellung lädt ein, sich mit der Grenzübergangsstelle Marienborn vor dem Hintergrund der Teilung Deutschlands zu beschäftigen und eigene Erlebnisse in diesem Kontext zu erzählen. Sie ist Ausdruck des Konzeptes, aus dem Bollwerk der Trennung einen Ort der Begegnung zu machen.
Das Faltblatt zur Dauerausstellung können Sie sich hier ansehen (3,4 MB)
Zoll der DDR

Der Zoll der DDR ist im Besonderen ein Symbol der Teilung Deutschlands. Nirgendwo sonst waren die Begegnungen zwischen Reisenden aus dem "kapitalistischen Westen" und Repräsentanten der DDR so unmittelbar wie auf den Kontrollspuren des Grenzzollamts. Vielen sind daher die Zollkontrollen besonders emotional in Erinnerung.
Die Ausstellung in den denkmalgerecht sanierten Originalräumen, in denen sich seit 1974 das Grenzzollamt Marienborn/Autobahn befand, informiert über den "technischen" Kontrollablauf und dessen Wahrnehmung durch Reisende. Die Ausstellung ermöglicht ebenfalls einen Perspektivwechsel: von der Institution zum Menschen, vom "gesichtslosen" Zoll zum Zöllner. Nach einem Überblick zu den Aufgaben des DDR-Zolls und Einblicken in seine wirtschaftliche Bedeutung folgen Informationen zur Ausbildung und Motivation der Zöllner sowie zu den Lebensbedingungen in Marienborn. Am Ende steht der "kontrollierte Kontrolleur" – ein Begriff, der die intensive Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und die eigenen Berufskollegen fokussiert.
Vor nunmehr 16 Jahren ist aus dem Bollwerk des DDR-Grenzregimes, der Kontrolle und Trennung sowie der Teilung Deutschlands mit der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn ein Ort der Begegnung geworden. Um das Konzept der "Ent-Grenzung" fortzuführen, werden besondere Gebäudekomplexe des Außengeländes den Besuchern permanent zugänglich gemacht. Die Ausstellung in den Diensträumen des Zolls ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gedenkstätte mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH).
Das Faltblatt zur Zollausstellung können Sie sich hier ansehen (836 KB)
