Interkulturelle Erfahrungen sind in Sachsen-Anhalt aufgrund des niedrigen Migrationsanteils eher die Ausnahme als die Regel. Das Bild von Migrantinnen
und Migranten wird überwiegend durch bundesweite Massenmedien geprägt. Die wenigsten Menschen in Sachsen-Anhalt haben in ihrem Alltag direkte
Kontakte mit Migrantinnen und Migranten als Nachbarn, Kollegen oder Vereinskameraden. Rechtsextreme Propaganda kann vor diesem Hintergrund auf Fremdenangst und Fremdenfeindlichkeit in der Mitte
der Gesellschaft setzen.
In Sachsen-Anhalt sind daher nicht trotz, sondern gerade wegen der geringen Zahl von Migrantinnen und Migranten besondere Anstrengungen für interkulturellen Austausch und Integration erforderlich. Wo Migrantinnen und Migranten von Anfang an begleitet werden, wo ihre Potentiale genutzt werden und sie sich gestaltend einbringen können, wo der interkulturelle Dialog und das Zusammenleben vor Ort aktiv befördert werden, wird dem auf Ausgrenzung und Ungleichheit beruhenden Rechtsextremismus der Boden entzogen. Aktive Integrationspolitik stellt deshalb einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus
dar.
Bei der Betrachtung von Fremdenfeindlichkeit ist zu unterscheiden zwischen fremdenfeindlichen Einstellungen und fremdenfeindlichem Verhalten in unterschiedlichen Ausprägungen wie Wahlverhalten, Organisation, Propaganda, Gewalt, aber auch verschiedenen Formen von Alltagsrassismus, wie beleidigende Sprüche, Übersehen und Ignorieren, Diskriminierungen.
