Im Westen Sachsen-Anhalts, in der Nähe der Ortslage Morsleben, befindet sich das Endlager für Radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM). In dem ehemaligen Bergwerk zur Gewinnung von Kali- und Steinsalz, der Doppelschachtanlage Bartensleben und Marie, wurden zwischen 1978 und 1998 insgesamt 36.752 m³ schwach- bis mittelradioaktive Abfälle und 6.621 Strahlenquellen in mehreren hundert Meter Teufe eingelagert.
Legitimiert war die Endlagerung zunächst durch eine Dauerbetriebsgenehmigung nach DDR-Recht. Mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten ging das Endlager für schwach- bis mittelradioaktive Abfälle in das Eigentum des Bundes über. Im Einigungsvertrag wurde die Betriebsgenehmigung zur Endlagerung schwach- bis mittelradioaktiver Abfälle bis zum Jahr 2000 befristet. Die Anlage wird durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im Auftrag des Bundesumweltministeriums betrieben. Der Antrag des BfS aus dem Jahr 1992 auf Weiterbetrieb des ERAM über das Jahr 2000 hinaus wurde 1997 auf die Stilllegung des ERAM beschränkt. Ab dem Jahr 1999 verzichtete der Bund auf eine weitere Einlagerung radioaktiver Abfälle.
Da sich das ERAM auf dem Territorium des Landes Sachsen-Anhalt befindet, ist das entsprechende Planfeststellungsverfahren zur Stilllegung des ERAM gemäß Atomgesetz durch das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt (MLU) zu führen. Dabei ist die Projektgruppe ERAM am LAGB als Fachberater des MLU im Bereich Geo- und Montanwissenschaft eingebunden.
Die entsprechenden Beratungsleistungen der Projektgruppe auf den Fachgebieten z.B. (Ingenieur-/Hydro-) Geologie, Hydro-/Geochemie und Geomechanik/Geotechnik umfassen schwerpunktmäßig u.a.:
- Beurteilung von Unterlagen des Antragstellers im genannten Themenbereich beispielsweise in Form von Sachstandsberichten und Stellungnahmen an das MLU,
- Vorbereitung von Prüfaufträgen der Behördengutachter, fachliche Begleitung des Prüfauftrages sowie fachliche Bewertung der Prüfergebnisse,
- fachbezogene Bearbeitung von Einwendungen zu Sachverhalten der genannten Fachbereiche und Mitwirkung an der Erörterung,
- Mitwirkung am Planfeststellungsbeschluss in Form abschließender geo- und montan-wissenschaftlicher Bewertung und Erarbeitung von Empfehlungen zur fachlichen Entscheidungsfindung für die verfahrensführende Behörde (MLU).
Ansprechpartner:
Dr. Bodo-Carlo Ehling
Leiter der Abteilung Geologie
Tel.: (0345) 52 12-141
email: ehling@lagb.mw.sachsen-anhalt.de
