Erdgeschichtlicher Rückblick
Geologische Entwicklung
Die Kenntnis über die geologische Entwicklung des heutigen Sachsen-Anhalt beginnt vor etwa 600 - 800 Mio. Jahren im Jungproterozoikum mit dem ersten Nachweis einer Meeresbedeckung. Frühe Gebirgsbildungsvorgänge, verbunden mit Intrusionen granitischer Gesteine und mit Vulkanismus, erfolgten bereits im Proterozoikum und tieferen Paläozoikum. Im Devon und Unterkarbon gehörte das Gebiet zu der varistischen Geosynklinale mit wechselnd tiefer Meeresbedeckung, Untiefen mit Korallenriffen und submarinem Vulkanismus. Im Karbon erfolgte in SW-NE-gerichteten Strängen die Auffaltung des varistischen Gebirges. Letzteres wurde im Oberkarbon unter tropischen und im Rotliegenden unter wechselnden bis ariden Klimabedingungen abgetragen. Der Abtragungsschutt sammelte sich in schnell einsinkenden, intramontanen Becken und Trögen bei periodisch lebhaftem Vulkanismus. Im Zechstein überflutete das Meer erneut das Gebiet und hinterließ infolge von Abschnürung durch eine Barre sowie trocken-heißen Klimabedingungen durch Verdunstung mächtige Lager von Stein- und Kalisalzen. Während der Trias und dem Jura bis in die Kreidezeit wechselten Überdeckungen durch das Meer mit Perioden des Rückzugs und kontinental-fluviatilen Sedimentationsbedingungen. Es war die Zeit der Saurier. Während der Kreide erfolgte die letzte große Gebirgsbildung. Es entstand ein durch bevorzugt NW-SE-gerichtete Störungen gekennzeichneter Bruchschollenbau.
Im Tertiär bildeten sich in ausgedehnten Sumpfgebieten im Mündungsbereich großer Flüsse und in Senkungsgebieten unter tropischen bis subtropischen Klimaverhältnissen die mächtigen Braunkohlenlager. Ein letzter, großer Meeresvorstoß hinterließ im Oligozän einen mächtigen, weit verbreiteten Tonhorizont, den sogenannten Rupel- oder Septarienton.
Während des Pleistozäns war das Gebiet mindestens dreimal vom Inlandeis bedeckt. In der letzten Kaltzeit, der Weichselkaltzeit, erreichte das Eis nur den äußersten Nordosten Sachsen-Anhalts. Durch Ausblasen von Staub aus den weiten Flussniederungen und Ablagerung auf den Hochflächen entstanden die fruchtbaren Lößgebiete, wie die Magdeburger Börde. Im Holozän erhielt die Landschaft ihr heutiges Gepräge, das zunehmend durch den Einfluss der Menschen verändert wird.
Quelle:
Knoth, W. (1992): Geologische Übersichtskarte von Sachsen-Anhalt im Maßstab 1:400.000.- Geologisches Landesamt Sachsen-Anhalt; Halle
weitere Informationen:
Eine ausführlichere Darstellung der erdgeschichtlichen Entwicklung in Sachsen-Anhalt erfolgte in:
Radzinski, K.-H. (1996): Erdgeschichtlicher Rückblick.- Das Geologische Landesamt Sachsen-Anhalt 1993 bis 1995: 11-18; Halle (GLA Sachsen-Anhalt).
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