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Aktuelle Pressemitteilungen - Sachsen-Anhalt

Vorstellung Luftreinhalteplan für die Region Dessau-Wittenberg-Bitterfeld
Keller: Lufthygienische Situation hat sich entschieden verbessert

30.06.2000, Magdeburg – 180

  • Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

 

 

 

Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt Pressemitteilung Nr.: 180/00

 

Magdeburg, den 30. Juni 2000

 

 

Vorstellung Luftreinhalteplan für die Region Dessau-Wittenberg-Bitterfeld

Keller: Lufthygienische Situation hat sich entschieden verbessert

 

"Die aktuellen Emissions- und Immissionsdaten belegen eindrucksvoll, dass wir in unseren Bemühungen um die Verbesserung der lufthygienischen Situation in unserem Lande in den letzten Jahren ein großes Stück vorangekommen sind." Das erklärte der Minister für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt, Konrad Keller, heute anlässlich der Vorstellung des Luftreinhaltesplanes für die Region Dessau-Wittenberg-Bitterfeld auf dem Regionaltag im Rahmen der ICLEI-Konferenz in Dessau.

 

Allein auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts seien im Jahre 1989 mehr als 1,2 Millionen Tonnen Schwefeldioxid und mehr als eine halbe Million Tonnen Staub emittiert worden. Mengen, die größer gewesen seien als die der gesamten alten Bundesrepublik, erläuterte Keller. "Dass sich diese Situation wesentlich geändert hat, wird nicht nur anhand von Zahlen deutlich, sondern ist für jedermann überall im Lande spürbar."

 

Die Luftreinhalteplanung stelle eines der wesentlichen Instrumente zur Umweltsanierung und Vorsorge im Bereich der Luft dar. Nach einem ersten Luftreinhalteplan für die Region Weißenfels-Naumburg-Zeitz und einem zweiten für den Großraum Halle-Merseburg liege nunmehr der dritte Luftreinhalteplan des Landes für den Raum Dessau-Wittenberg-Bitterfeld vor.

 

Bitterfeld, nach der Wende geradezu ein Synonym für katastrophale ökologische Zustände, habe in den zurückliegenden Jahren eine in Europa einmalige, beeindruckende und beispielgebende positive ökologische Entwicklung vollzogen, unterstrich der Minister. Als ein Beispiel nannte er die Belastung mit Schwefeldioxid, die 1989 in der Stadt Wolfen noch bei 161 Mikrogramm pro Kubikmeter gelegen habe und inzwischen auf 8 Mikrogramm pro Kubikmeter gesunken sei.

 

Bei der Planung des Luftreinhalteplanes sei es nicht nur um die Bestimmung des Sanierungsstandes, um die Erkennung möglicher Defizite in der Luftreinhaltung und um die Erarbeitung von Maßnahmeplänen gegangen. "Es ging auch darum, der Region Bitterfeld ihr Negativimage zu nehmen und potentiellen Investoren die Sicherheit zu geben, dass eine Ansiedlung in diesem Raum unbedenklich, wirtschaftlich und umweltverträglich ist. Ich bin der Meinung, dass wir dieses Ziel mit dem vorliegenden Luftreinhalteplan erreicht haben", so Keller.

 

Hintergrund:

 

Mit der Erstellung des dritten Luftreinhalteplans wurde 1996 begonnen. Er besteht aus 8 Bänden mit mehr als 1100 Seiten. Im betroffenen Untersuchungsgebiet 6 leben etwa 373.000 Einwohner auf einer Fläche von 1.890 km². In seiner Industriestruktur wird das Untersuchungsgebiet vor allem die Chemieindustrie in Bitterfeld-Wolfen, in Piesteritz und in Dessau und durch die zugehörige Zuliefer- und verarbeitende Industrie geprägt.

 

 

Die Erkenntnisse des dritten Luftreinhalteplanes ermöglichen es, mit der lufthygienischen Sanierung dort fortzufahren, wo es noch notwendig ist, und andererseits den bereits erreichten guten Stand durch Vorsorgemaßnahmen dauerhaft zu sichern. Der Luftreinhalteplan ist eine Entscheidungshilfe für die zuständigen Planungsträger. Um ihnen die Daten zeitnah zur Verfügung stellen zu können, wurde jeder Teilband, der innerhalb des Gesamt-Bearbeitungszeitraums fertiggestellt worden ist, auf Anforderung unmittelbar übergeben. Der Luftreinhalteplan ist öffentlich und steht jedem Interessenten zur Verfügung.

 

 

Wesentliche Ergebnisse der Untersuchung:

 

Die Ermittlungen haben ergeben, dass im Untersuchungsgebiet 1996 etwas mehr als 62.000 Tonnen Schadstoffe, insbesondere anorganische und organische Gase sowie Staub in die Atmosphäre geleitet worden sind. Dabei beträgt der Anteil des Verkehrs an allen Schadstoffen 42 %, der Anteil der Industrie 28,5 %, des Hausbrandes 27,9 % und des Kleingewerbes 1,6%.

 

In Folge von gesetzlichen und behördlichen Maßnahmen zur Sanierung der Altsanlagen und in Folge von Stilllegungen ergeben sich in der Prognose für das Jahr 2005 weitere erhebliche Emissionssenkungen zum Bezugsjahr 1996. Durch die Inbetriebnahme von neuen sowie die Erweiterung von Anlagen sind jedoch auch Emissionserhöhungen prognostiziert worden.

 

 

Maßnahmekonzept für die weitere lufthygienische Verbesserung:

 

Es waren solche Maßnahmen abzuleiten, die der weiteren Verminderung von Luftverunreinigungen und der Vorsorge dienen. Mit Hilfe von Ursachenanalysen ist der kausale Zusammenhang zwischen der Emission, Immission und Wirkung analysiert und die Anteile der Einzelemittenten und Emittentengruppen ermittelt worden.

 

Seitens der anlagenbezogenen Maßnahmen steht die Sanierung der Altanlagen im Vordergrund. Im Bereich der privaten Haushalte liegt der Schwerpunkt bei der Energieverbrauchsreduzierung. Hier sind umfangreiche Vorschläge zu Energieeinsparung erarbeitet worden.

 

Der Verkehr spielt als einer der Hauptemittenten der Schadstoffe Stickstoffoxide, Benzol, Kohlenmonoxid und Partikel eine maßgebliche Rolle. Im Maßnahmenkatalog werden sowohl emissionsmindernde als auch planerische Maßnahmen aufgezeigt, die kurz-, mittel- oder langfristig umsetzbar sind und die Emissionen reduzieren sollen.

 

Dazu zählen unter anderem ein vervollständigtes Ortsumfahrungskonzept der Städte, permanente Geschwindigkeitsbeschränkungen auf inner- und außerörtlichen Straßen sowie Vorschläge zur Festlegung von erweiterten Sperrgebieten für Fahrzeuge, welche nicht die Emissionsgrenzwerte einhalten.

 

 

 

 

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