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Beide bisher bestehenden Reihen wurden Ende 2005 geschlossen (Nummerierung bis 20 bzw. 38) und 2006 eine neue, einheitliche Schriftenreihe eingeführt, die mit der Nummer 59 einsetzt.
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Schriftenreihe des Landesbeauftragten (einheitliche Schriftenreihe)
59 | Verurteilt zum Tode durch Erschießen (Jörg Rudolph, Frank Drauschke und Alexander Sachse) | |
60 | 10 Jahre Gedenkstätte „Roter Ochse“ (Tagungsband) | |
61 | Das Zuchthaus Coswig (Anhalt). Ein erster Überblick (Edda Ahrberg, Alexander Fuhrmann, Jutta Preiß) | |
62 | „Lizensierte Spionage“ (Söhnke Streckel) | |
| 63 | „Boykottnest“ (Hans-Jochen Tschiche) |
64 | Abgeholt und verschwunden (1) (Edda Ahrberg, Dorothea Harder) | |
65 | Abgeholt und verschwunden (2) (Edda Ahrberg, Dorothea Harder) | |
66 | 20 Jahre DDR-Geschichte (Studie von Studenten des Studienganges Journalistik/ Medienmanagement der Hochschule Magdeburg/Stendal (FH) unter fachlicher Leitung von Frau Dr. Kerstin Dietzel) Der Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen in Sachsen-Anhalt unterstützte mit einer Schülerumfrage zum Wissensstand über Alltag und Unterdrückung in der DDR die von Ministerpräsidenten Prof. Wolfgang Böhmer angeregte Demokratie-Offensive in Sachsen-Anhalt. | |
| 67 | „Die innerdeutsche Grenze 1944 – 1990. Darstellungen und Quellen zur Unterrichtsvorbereitung“ Aus den Vorträgen und Diskussionen ist im Auftrag der Behörde des Landesbeauftragten eine medial ansprechende Broschüre mit thematischen Aufsätzen, Quellenmaterial und bibliografischen Angaben erstellt worden. Die Broschüre soll vorrangig Lehrer dabei unterstützen, das Thema „innerdeutsche Grenze“ kreativ und quellennah in den Unterricht zu bringen. Zu beziehen über megalearn MEDIEN GmbH, Ernst-Reuter-Allee 41, 39104 Magdeburg, Telefon: 03 91 - 4 00 01.20 |
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Spezialfunkdienste des MfS |
Schriftenreihe „Betroffene erinnern sich“
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1 |
Vom „Roten Ochsen“ geprägt (1) - Lebensumstände politischer Häftlinge 1944–1956 (VOS, Landesgruppe Sachsen-Anhalt)
Geschehenes ist geschehen, aber es ist nicht vergangen. Die Menschen, die in dieser Broschüre zu Wort kommen, mussten das Erlebte bis 1989 in sich verschließen.
Zum ersten Mal berichten sie über ihre früheren Lebensumstände und das erlittene Leid während ihrer Inhaftierung.
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2
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Ein Gespenst ging um – Erlebnisberichte aus dem „Sozialistischen Lager“ 1945–1989 (BSV, Kreisverband Magdeburg)
In diesem Heft kommen Menschen zu Wort, die eines gemeinsam haben: Sie haben ihre Jugendjahre zum Teil in sowjetischen und polnischen Lagern, zum Teil in deutschen Gefängnissen
verbracht. Die geschilderten Erlebnisse zeugen von der verletzten Würde der Menschen.
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3
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„Verhören bis zum Geständnis“ – Der Operativ-Vorgang „Optima“ (Marietta Jablonski) Obwohl Marietta Jablonski und ihrem Mann keine Schuld nachzuweisen war, wurden sie verhaftet. Der Vorwurf: Sie hätten Flugblätter gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings verbreitet. Es gab keine Indizien, aber dafür eine klare Zielstellung: Verhören bis zum Geständnis.
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4
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Vom „Roten Ochsen“ geprägt (2) – Berichte politisch Inhaftierter aus den 80er Jahren In der Broschüre erzählen Menschen über ihre Empfindungen während der Untersuchungshaft beim Ministerium für Staatssicherheit in Halle. Tägliche Schikane, das Gefühl von Ohnmacht und Ausgeliefertsein – die Erlebnisse in der Untersuchungshaftanstalt haben tiefe Spuren hinterlassen.
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Das Bezirksliteraturzentrum Halle oder wie ein Staat glaubte, Kunst in seinem Sinne zu formen und das Gegenteil erreichte (Peter Winzer) Die Institution wurde gegründet, um junge Literaten zu betreuen. Doch schon im Statut wurde deutlich, wofür das Bezirksliteraturzentrum eigentlich sorgen sollte: die „Nachwuchsentwicklung“ in der sozialistischen Gesellschaft. Peter Winzer beschreibt seine persönlichen Erfahrungen.
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Der Punk im Schrank. Ein Report über die Einflußnahme des MfS auf die Punkbewegung in Sachsen-Anhalt (Shanghai) An staatlichen Feiertagen hatten sie „Stadtverbot“. Verhöre bei der Polizei gehörten zu ihrem Alltag. Nach den Musikkassetten mit ihren selbst aufgenommenen Liedern wurde fieberhaft gefahndet.
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7
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Ein evangelischer Kirchenkreis im Visier des Ministeriums für Staatssicherheit. Meine Akte Operativer Vorgang „Trend“ (Helmut Hartmann) Die DDR-Oberen glaubten, dass die Kirchen ihre Existenzberechtigung verlieren, weil der christliche Glaube auf dem Weg zum Kommunismus „absterben“ würde. Die Hoffnung erwies sich als Irrtum. Die Christen in der DDR wollten sich einmischen und wurden so zum Beobachtungsgegenstand.
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8
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Wirkungsstätten stalinistischen Terrors in der SBZ/DDR – Magdeburg. Dokumentation (BSV, Kreisverband Magdeburg) Vieles hat sich seit der Wende verändert. Doch hinter den sanierten Fassaden vieler Häuser verbirgt sich eine oftmals bedrückende Geschichte. Der Kreisverband Magdeburg des Bundes der stalinistisch Verfolgten e.V. hat versucht, den Erinnerungen von Betroffenen nachzugehen.
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Als katholischer Seelsorger in der DDR (Dr. Claus Herold) Indem sich der Autor nicht ausschließlich auf die Praxis kirchlicher Rituale beschränkte, sondern sich in das alltägliche Leben einmischte, bildete er nicht nur eine Angriffsfläche für staatliche Stellen. Er wurde auch innerhalb der katholischen Kirche unbequem. Besonders sein Engagement in der Jugendarbeit, die Beziehungen zu Polen und sein Einsatz für ein Miteinander von evangelischer und katholischer Kirche, sowie die Diskussion gesellschaftlicher Probleme im Aktionskreis Halle wurden argwöhnisch beobachtet und vielfach behindert.
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Warme Brüder gegen kalte Krieger. Schwulenbewegung in der DDR im Visier der Staatssicherheit (Eduard Stapel) Diktaturen ist es eigen, dass sie sich ihre eigene Vorstellung vom Menschen schaffen und versuchen, diese mit allen Mitteln zu erzwingen. Eine funktionierende Bevölkerung dient dem Machterhalt. Eine Vielfalt von Lebensentwürfen hat in diesen Systemen keinen Platz. Auch in dem von der SED festgeschriebenen Bild vom „sozialistischen Menschen“ der DDR kamen anders Lebende und Denkende nicht vor. Die Partei- und Staatsführung und in ihrer Folge auch das Ministerium für Staatssicherheit begegneten ihnen mit tiefem Misstrauen. In ihrem eigenen Denken be- und gefangen, konnten sie hier nur den Einfluss des „Klassenfeindes“ (der Bundesrepublik) wittern.
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Mit 16 im „Roten Ochsen“ (Wolfgang Hünerbein)
Wolfgang Hünerbein wurde als 16-jähriger Schüler 1970 in Allstedt (Kreis Sangerhausen) verhaftet, weil er mit Flugblättern seine Meinung verbreitet hatte. Mit Sätzen wie „Erkämpft Euch die Freiheit“, „Organisiert Euch“ und „Wir rufen zum Widerstand gegen Ulbricht auf“ wollte er zur Veränderung der DDR, besonders des Schulsystems, aufrufen. 1 Jahr und 10 Monate wurden als Strafe verhängt.
In der vorliegenden Broschüre beschreibt Wolfgang Hünerbein die Haftzeit. Hierbei nehmen die Schilderungen der Arbeitsbedingungen im Tagebau in Hohenmölsen und Betonwerk Rathmannsdorf einen bedeutenden Teil ein. Ergänzt werden die Berichte durch Notizen (Tagebuch) seines Vaters zu Verhaftung und Verurteilung sowie durch eigene Tagebucheintragungen zu den Ereignissen des Herbstes 1989. Es ist Wolfgang Hünerbein zu danken, dass er seine Erinnerungen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt, um das Bild der DDR zu ergänzen.
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„Meine Flucht 1964 aus der DDR in den Westen“ (Dr. Erhard Raschke)
Herr Dr. Raschke schildert die Beweggründe, die Vorbereitungen und vor allen Dingen auch die Flucht 1964 über Jugoslawien in die Bundesrepublik mit allen ihren Ängsten. Er hatte an der Hochschule für Schwermaschinenbau in Magdeburg studiert, eine Promotion wurde ihm jedoch verwehrt.
(Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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30 Jahre Zielperson des MfS – Eine Fallstudie zu Aufklärung und Simulation der Stasi (Dr. Theo Mechtenberg)
Die Partei- und Staatsführung der DDR versuchte, die Menschen in ihrem Bereich weitgehend von anderen, als den selbst für richtig gehaltenen, Einflüssen abzuschotten oder die Kontakte wenigstens zu kontrollieren und zu kanalisieren. Die vorliegende Broschüre beschreibt, wie ein Katholik sein Leben über die verschiedensten Grenzen hinweg plante, organisierte und lebte.
Dr. Mechtenberg kam 1955 nach seinem Theologiestudium aus der Bundesrepublik in die DDR um dort mit katholischen Christen zu arbeiten. Er arbeitete als Vikar in der Lutherstadt Wittenberg und als Studentenpfarrer in Magdeburg. 1971 schied er aus dem Priesteramt aus, verlegte 1972 seinen Wohnsitz nach Polen und kehrte 1979 von dort in die Bundesrepublik zurück. Besonders die endgültige Schließung der innerdeutschen Grenze am 13. August 1961 griff tief in sein Leben ein. Sie bedeutete für ihn, dass die Kontakte in die alte Heimat nur einseitig fortgesetzt werden konnten. Es wird deutlich, dass das MfS trotz der umfangreichen Beobachtung, der Postkontrolle und der Berichterstattung durch inoffizielle Mitarbeiter, die grenzüberschreitenden Kontakte nicht verhindern konnte.
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Rebellion gegen die Enge – Protokoll eines gescheiterten Fluchtversuchs. Vernehmungen, Gedichte und Briefe (Paul Werner Wagner)
In der Broschüre beschreibt Paul Werner Wagner die Gründe, die ihn bewogen, 1967 aus der für ihn zu eng gewordenen DDR zu fliehen und auch die Folgen der Flucht. Er kam nur bis in die Tschechoslowakei. Dort wurde er festgenommen und an die DDR ausgeliefert. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste das Ministerium für Staatssicherheit noch nicht, dass er mit einigen Mitschülern während seiner Schulzeit eine Partei gründen wollte. Auf dem Programm, welches sie sich schon gegeben hatten, standen Forderungen wie z. B. Abschaffung des „Antifaschistischen Schutzwalls“, die deutsche Einheit, Presse- und Meinungsfreiheit, freie Wahlen. Die Protokolle beweisen, mit welcher Aufrichtigkeit er trotz der schweren Haftbedingungen zu den Forderungen stand und wie lange er dem Vernehmer seine Vorstellungen von einem demokratischen Staat erläuterte. Erst der Rat seines Rechtsanwaltes und der Eltern brachten ihn dazu, „abzuschwören“. Herr Wagner steht für die Menschen,
die versucht haben, standhaft zu bleiben. Seine und die Zivilcourage vieler anderer sollten in der Geschichtsschreibung Ostdeutschlands an erster Stelle stehen.
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„Petersberg-Wallfahrt am 17. Juni 1973. Katholische Jugendarbeit im Visier von SED und MfS“ (Aloys Funke)
Zufällig fand die alljährlich am Sonntag nach Pfingsten stattfindende Jugendwallfahrt 1973 am 17. Juni statt, dem 20. Jahrestag der Ereignisse 1953. Das führte dazu, dass die staatlichen Stellen, wie die Abteilung Inneres beim Rat des Bezirkes und das MfS, besonders misstrauisch die Vorbereitungen und die Durchführung dieser sehr bunten Veranstaltung beobachteten. Im Anschluß wurde die katholische Kirche von den stattlichen Stellen zu Gesprächen zitiert, in denen eine Bestrafung der verantwortlichen Organisatoren besonders für die sehr kritischen Texte gefordert wurde. Aloys Funke war einer der Organisatoren. Er hat Archivunterlagen, aber auch die damals gesprochenen Texte und Lieder
zusammengestellt.
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„Der missglückte Versuch, aus mir einen brauchbaren Menschen zu formen“ (Stefan Sauer) Diese Broschüre schildert den Lebensweg eines jungen Menschen, der sich 1980 zur Flucht aus der DDR entschließt, dabei in der Tschechoslowakei gefasst und in der DDR inhaftiert wird. Unter menschenverachtenden Zuständen musste er im Chemiekombinat Bitterfeld (Bereich: Chlorgas) arbeiten. Nach der Haftentlassung stellt er einen Antrag auf Ausreise aus der DDR, engagiert sich in Leipzig und wird Mitte der 80er Jahre erneut wegen des Vorwurfs der Beeinträchtigung staatlicher Tätigkeit verurteilt. Aus dieser Haft wurde er von der Bundesrepublik freigekauft.
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„Von der Schulbank ins Gefängnis“ (Dr. Thomas Neubert)
Anlässlich des 50. Jahrestages des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 erinnert die Landesbeauftragte an die Verhältnisse in der DDR, damals u. a. karikiert in der satirischen Monatszeitschrift „Tarantel“ (in den 50er und 60er Jahren in hoher Auflage
von Westberlin aus). So wurde z. B. Thomas Neubert mit 17 Jahren in Magdeburg inhaftiert, weil er die Zeitschrift mitgebracht hatte. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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Der Operative Vorgang „Treffpunkt“ der Bezirksverwaltung Halle des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. „Hetzblätter“ und Hexenjagd von 1978 bis 1980 (Gerd Stöcklein)
„Schluß mit der Mauer – Erich wir werden sauer – Gruppe 17. Juni“ lauteten die Worte auf rund 1.000 Flugblättern, welche im Frühjahr 1978 durch die Straßen von Halle flatterten und das Ministerium für Staatssicherheit elektrisierten. Gesucht wurde besonders unter denjenigen, die man schon immer argwöhnisch betrachtet hatte: junge Menschen, die nach ihrem eigenen Leben suchten und sich dabei ausprobieren wollten, die das Alltagsgrau bunter gestalten wollten. …
Einige der jungen Menschen gingen später in die Bundesrepublik, da ihnen die DDR zu eng wurde. Andere sind geblieben, bis im Frühling 1989 die „Mauer“ mit der Öffnung der ungarischen Grenze fiel. Im ersten zip-Archiv findet sich ab 20.7.2004 ein Erratums-Blatt. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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Opposition und Widerstand in der mitteldeutschen Provinz (Lothar Tautz)
Eigenständiges Denken, unangepasstes Verhalten und selbstbestimmtes Handeln sind in Diktaturen nicht erwünscht. Sie waren es auch in der DDR nicht. Argwöhnisch beobachtete das Ministerium für Staatssicherheit Menschen, die nicht im Strom mitschwammen, sondern ihr Leben nach eigenen Maßstäben einzurichten versuchten. Nischen waren nicht nur die Kirchen, sondern u. a. auch Theater, Künstler, Freundeskreise und Gruppen Jugendlicher.
Lothar Tautz hat in solchen Zusammenhängen gelebt und gearbeitet. Er stellt in der vorliegenden Broschüre seine eigene Erinnerung und von ihm aufgehobene Dokumente der Beschreibung der Vorgänge durch die Staatssicherheit gegenüber. Als Pfarrer in Weißenfels war er zum Beispiel eine Anlaufstelle für die Menschen, die die Zustände in der DDR nicht mehr aushielten und einen Antrag auf ständige Ausreise stellten.
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Progressive Protestanten protestieren (Alfred Radeloff)
Der vorliegende Bericht bietet viel mehr als die Information über die Inhaftierung von vier jungen Menschen nach gescheiterten Fluchtversuchen. Er beschäftigt sich ausführlich mit den Gründen, die Fluchtgedanken erst wachsen ließen. Die Jugendlichen im Alter von 18 und 19 Jahren hatten ihre Schulzeit nach dem Mauerbau 1961 in der abgeschotteten DDR absolviert. Sie verstanden sich als Christen und hatten dort die sichtbaren und unsichtbaren Grenzen gespürt. In der jungen Gemeinde der evangelischen Kirche fanden sie den in der Schule vermissten Freiraum, ihre Lebensentwürfe zu diskutieren und nach neuen Wegen für eine
Veränderung der Gesellschaft zu suchen. Dass sich 1970 und 1971 in Dessau Hunderte von Jugendlichen in vier Jugendgottesdiensten zusammenfanden, zeigt, wie groß der Wunsch nach einem unabhängigen Denken und Handeln war. Sie bilden eines der Kapitel der Geschichte Dessaus und der Evangelischen Landeskirche Anhalt, die nicht vergessen werden dürfen. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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Mein Tagebuch – Der vierzigjährige Traum (Fredi Jacob)
Herr Fredi Jacob hat im Jahr 1984 begonnen, sein bewegtes Leben in Tagebuchform aufzuschreiben. Die Notizen versteckte er aus Angst vor der Staatssicherheit an verschiedenen Orten. Um 1990 hat er diese Aufzeichnungen durch weitere, die die Zeit der „Wende“ behandeln, ergänzt. Die Schilderungen mit seinen Worten – in ihrer Authentizität beeindruckend – sind ein Stück Zeitgeschichtsschreibung („oral history“), das hiermit einem breitem Publikum zugänglich gemacht werden soll.
Die vorangestellten Auszüge aus Akten des Ministeriums für Staatssicherheit zeigen das erschreckende Ausmaß der Bespitzelung, der Fredi Jacob Ende der 50er und in der ersten Hälfte der 60er Jahre permanent ausgesetzt war. Aufgrund seiner häufigen Einkäufe in Verkaufseinrichtungen der Sowjetischen Armee (sog. „Russenmagazin“) und der bis zum Mauerbau stattfindenden Besuche in West-Berlin wurde er der Spionage verdächtigt. Mehrere Geheime Informanten (GI, Vorläufer der Katagorie des Inoffiziellen Mitarbeiters) und Kontaktpersonen hatten Auftrag, ihn zu beobachten. Zeitweise wurde der Tagesablauf von Herrn Jacob minutiös erfasst.
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Opferweg eines Fünfzehnjährigen durch die Lager des NKWD und der Stasi (Karl Heinz Reuter) Der Leidensweg des Autors führte ab 1945 vom Speziallager Sachsenhausen über das „U-Boot“ in Berlin-Hohenschönhausen in die Zuchthäuser von Bautzen und Brandenburg. Er schildert ausführlich die unmenschlichen Lebensbedingungen und die Schikanen des NKWD und MfS.
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Schriftenreihe „Sachbeiträge“
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Erna Dorn „... zum Tode verurteilt ...“ am 22. Juni 1953 in Halle (André Gursky) Wer war diese Frau, deren Name in der DDR jahrzehntelang dazu diente, die Ereignisse um den 17. Juni 1953 als faschistischen Putsch darzustellen? Die von André Gursky verfasste Broschüre versucht, dieser spannenden Frage anhand von Archivdokumenten nachzugehen.
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2
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„Mit gestutzten Flügeln“ – Jugend in der DDR Vögel verkörpern die Sehnsucht junger Menschen nach Unabhängigkeit. Mit beschnittenen Flügeln sind sie unbeholfen. Der freie Flug ist unmöglich. Das Heft behandelt die Tätigkeit des MfS unter Jugendlichen in der DDR, die dabei zu Opfern und auch zu Tätern wurden.
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„Inoffiziell wurde bekannt ...“ – Maßnahmen des Ministeriums für Staatssicherheit gegen die Ökologische Arbeitsgruppe beim Kirchenkreis Halle. Gutachten zum Operativen Vorgang „Heide“ (Christoph Kuhn) Fakten über Umweltschäden waren in der DDR geheim. Trotzdem gab es Menschen, die der Zerstörung der Natur nicht tatenlos zusehen wollten. Der Autor der Broschüre, Christoph Kuhn, beschreibt das Vorgehen des MfS gegen eine Ökologische Arbeitsgruppe in Halle.
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Das Chemiedreieck im Bezirk Halle aus der Sicht des MfS (Hans-Joachim Plötze)
Vom Hörensagen wusste es fast jeder DDR-Bürger: Die Zustände in den chemischen Großbetrieben des Bezirkes Halle waren unhaltbar. Auch die Staatssicherheit wusste um die Gefahren und warnte die SED-Chefs vor möglichen Folgen. Hans-Joachim Plötze dokumentiert die Ignoranz der Funktionäre.
Angehängt wurde eine Suchanzeige nach Personen, die im Chemiekombinat Bitterfeld, Abt. CHLOR III gearbeitet haben (befindet sich in 3. Datei)
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IM „Raucher“ – Die Zusammenarbeit eines Studentenpfarrers mit dem Ministerium für Staatssicherheit Die Hauptfigur hat versucht, die Veröffentlichung auf gerichtlichem Wege verbieten zu lassen. Erst nach einem Rechtsstreit konnte die Broschüre erscheinen. Sie gibt Auskunft darüber, wie weit sich auch kirchliche Mitarbeiter mit dem Ministerium für Staatssicherheit eingelassen haben.
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Das Ministerium für Staatssicherheit, die Wehrdienstverweigerer der DDR und die Bausoldaten der Nationalen Volksarmee (Uwe Koch) Am 24. Januar 1962 wurde in der DDR die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Nach offizieller Lesart galt der Armeedienst als „ehrenvolle Pflicht“. Wer sich aus Glaubens- oder Gewissensgründen zu entziehen versuchte, geriet unweigerlich ins Blickfeld der Staatssicherheit.
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Vorgang „Riga“. Die „Bearbeitung“ eines evangelischen Studentenpfarrers 1953 in Halle (Saale) durch das Ministerium für Staatssicherheit (André Gursky) Die von André Gursky verfasste Broschüre geht den Gründen nach, die 1953 zur Verhaftung von Pfarrer Hamel geführt haben. Er galt als kritischer Geist und geriet dadurch ins Visier des MfS. Doch Hamel war nicht nur staatlichen Stellen, sondern auch manchem Kirchenmitarbeiter suspekt.
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Die „Zelleninformatoren“ in der Untersuchungshaft der MfS-Bezirksverwaltung Halle/S. (Volker Erdmann) In einer speziellen Richtlinie regelte das MfS 1981 die Arbeit mit so genannten Zelleninformatoren. Für die vorliegende Broschüre hat Autor Volker Erdmann 102 archivierte Aktenvorgänge ausgewertet. Das Heft dokumentiert, wie das MfS selbst Gefangene als Spitzel einsetzte.
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Der Aktionskreis Halle. Geschichte, Strukturen und Aktionen einer katholischen Basisgruppe (Dr. Claus Herold) Der „Aktionskreis Halle“ (AKH) war in der DDR und in der katholischen Kirche ein Unikat. Nirgendwo im ostdeutschen Staat gab es eine vergleichbare kirchliche Basisgruppe. Im Vergleich zu westdeutschen Pendants war er von Anfang an offen auch für Nicht-Priester und Nicht-Katholiken – er war eine echte ökumenische Basisgruppe in der DDR mit fluktuierender„Mitgliedschaft“ und einem harten Kern. Vor allem bildete er sich bereits 1969 zu einem Zeitpunkt, als die späteren Gruppen in den evangelischen Kirchen der DDR noch nicht in Sicht waren. Im Gegensatz zu letztgenannten existiert er auch heute noch, dreißig Jahre nach seiner Entstehung, nunmehr gesamtdeutsch vernetzt mit anderen reformorientierten Gruppen und Einrichtungen der katholischen Kirche.
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Vietnamesische Studenten und Arbeiter in der DDR und ihre Beobachtung durch das MfS (Michael Feige)
In der DDR waren viele Arbeiter aus anderen sozialistischen Ländern, u. a. aus der Sozialistischen Republik Vietnam (SRV) tätig. Auch Studenten kamen von dort. Ihr alltägliches Leben blieb den meisten DDR-Bürgern unbekannt. Sie wurden oft mit Schmuggel oder Schwarzmarkt in Verbindung gebracht. So beschäftigte sich auch das MfS mit ihnen, teilweise in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium der SRV. Der Autor zeigt an Beispielsfällen die Auswirkungen dieser Tätigkeit des MfS auf das private Zusammenleben auf.
(Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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Widerstand junger Liberaler an der Oberschule Genthin 1947–1949 Fünf Schülerinnen einer 12. Klasse des Bismarck-Gymnasiums in Genthin machten sich auf die Suche nach den Schicksalen ehemaliger Schüler, welche sich in der Zeit von 1947 bis 1949 für eine unabhängige Schülervertretung an ihrer Schule eingesetzt hatten. Die Arbeit erhielt 1999 als Beitrag zum Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten zum Thema „Aufbegehren, Handeln, Verändern. Protest in der Geschichte“, ausgerichtet von der Körber-Stiftung Hamburg, den ersten Preis.
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„... mal gibt es kein Brot am Nachmittag, mal kein Schnittkäse, mal kein Quark ...". Die Versorgung der Bevölkerung 1989 im Bezirk Halle mit Waren täglichen Bedarfs (Hans-Joachim Plötze) Anliegen der vorliegenden Dokumentensammlung ist es nicht, eine systematische Untersuchung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Bezirk Halle bis 1989 vorzulegen. Hierzu sind inzwischen einige Bücher erschienen. Anhand von Berichten, Briefen und „Eingaben“ soll vielmehr in Erinnerung gerufen werden, wie Menschen in diesem Landstrich die Schwierigkeiten bei der Beschaffung lebensnotwendiger Dinge wahrgenommen haben. Die mangelnde Versorgung mit „Waren täglichen Bedarfs“ (die häufig eben oft nicht täglich zu haben waren), deren Verbesserung die SED jahrzehntelang versprach, belastete besonders die Frauen. Sie hatten neben ihrem Beruf noch die Familien mit Lebensmitteln zu „versorgen“ und mussten dafür nach Feierabend (oder während der Arbeitszeit) etliche Stunden in der Woche anstehen oder von Geschäft zu Geschäft laufen. Mehrfachbelastung, Stress und Aggressivität waren häufig die Folge.
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Die Vorgeschichte des Dessauer Schauprozesses (André Gursky)
Der so genannte „DCGG-Prozess“ vor 50 Jahren diente nicht der Findung der Wahrheit. Von Anfang an unter der Leitung von Hilde Benjamin als Schauprozess inszeniert, sollte er die Macht der Sozialistischen Einheitspartei festigen und die Bevölkerung einschüchtern. Zu diesem Zweck wurden Menschen auch aus anderen Städten als Zuschauer herbeigeholt. Ihnen wurde im Theater von Dessau vorgeführt, was es heißt, eine verordnete „Linie“ zu verlassen. An diesem Beispiel wird deutlich, wie die Justiz in der DDR durch die Partei instrumentalisiert wurde.
Der Prozess ist unter den Namen Willi Brundert und Leo Herwegen bekannt geworden. Einer der Hauptangeklagten, Friedrich Methfessel, konnte vor der Verhaftung fliehen. Neben seinem Schicksal schildert der Autor in der vorliegenden Broschüre die Vorgeschichte des Prozesses. Interviews mit den Kindern der damals verurteilten Personen über die Folgen des Prozesses schließen sich an.
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Die Sicherungsmaßnahmen zum 1. Mai 1988 in Magdeburg.
Der 1. Mai, der „Kampf- und Feiertag“ der Werktätigen, wurde in der DDR jährlich als „gesellschaftlicher Höhepunkt“ begangen. Im „Neuen Deutschland“ wurden vorher die genehmigten Losungen für die Transparente veröffentlicht,
die Kreativität der Werktätigen war aus Angst vor kritischen Äußerungen nicht gefragt. 1988 wurde aus taktischen Gründen angewiesen, bei Losungen der christlichen Friedensbewegung nicht offen einzugreifen, während Forderungen nach Reise- und Ausreisefreiheit nach wie vor hart geahndet und sofort entfernt wurden. Dabei arbeiteten besonders die Deutsche Volkspolizei und das Ministerium für Staatssicherheit Hand in Hand. Die vorliegende Broschüre macht den Anteil beider „Organe“ sowie weiterer „Partner“, etwa der Abteilung Inneres beim Rat der Stadt, mit zahlreichen Dokumenten am Beispiel des 1. Mai 1988 in Magdeburg deutlich.
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Übersiedler von West nach Ost in den Aufnahmeheimen der DDR am Beispiel Barbys (Jens Müller)
Die Deutsche Demokratische Republik empfand sich immer als der bessere Teil Deutschlands. In der Bundesrepublik hingegen wurde schon einmal Kritikern der Satz entgegen gehalten: „Dann geh doch rüber!“ Die Zahl der „Rückkehrer“ und „Zuziehenden“ ist aber gegenüber den Ausreisenden zu vernachlässigen.
Die Broschüre schildert die Sicherheitsüberprüfungen und Filter, welche die an der Grenze ankommenden Personen durchlaufen mussten. Die Angst der Organe vor dem Einwandern „andersdenkender“ Menschen und die übergroße Furcht vor Sabotage scheint durch alle Anweisungen hindurch. Die Statistiken belegen, dass viele der Antragsteller zurückgestellt wurden.
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Die Ausweichführungsstelle der Bezirksverwaltung Halle des MfS in Ostrau
Das Anliegen der Broschüre ist es, über die Ausweichführungsstelle der Bezirksverwaltung Halle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) allgemein zu informieren.
Es werden ein Abriss ihrer Geschichte, die Aufgaben und die Absicherung bis hin zur Auflösung dargestellt. Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im folgenden schildert Dr. Wolfgang Friedrich, wie er und Peter Judersleben das Gelände der Ausweichführungsstelle 1991 und später vorgefunden haben.
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„… man muss doch mal zu seinem Recht kommen …“. Paul Othma – Streikführer am 17. Juni 1953 in Bitterfeld (Paul Werner Wagner)
Paul Othma verbrachte im Anschluss an die Ereignisse am 17. Juni 1953 in Bitterfeld elfeinhalb Jahre seines Lebens im Gefängnis. Während dieser Zeit bemühte er sich trotz aller Schwierigkeiten um die Wiederaufnahme des Verfahrens, um seine Unschuld zu beweisen. Die Unterlagen bezeugen seine Standhaftigkeit.
Er ließ sich nicht davon abbringen, sich an diesem Tag gewaltlos für eine Demokratisierung der DDR eingesetzt zu haben. Die Briefe aus dem Gefängnis an seine Frau lassen das Geschehen nur erahnen, da sie durch die Zensur gehen mussten. Sie erfordern eine aufmerksame Lektüre. Die Broschüre möchte das Leben Paul Othmas in die Erinnerung zurückrufen und seinem Wunsch nach Rehabilitierung posthum nachkommen. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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„… auf deutsch sozialistisch zu denken …“ – Mosambikaner in der Schule der Freundschaft (Uta Rüchel)
Von 1982 bis 1988 lebten ca. 900 Mosambikaner und bis 1990 ca. 300 Namibier am Rand von Staßfurt, einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt. Die Regierungen ihrer Heimatländer hatten gemeinsam mit der Deutschen Demokratischen Republik vereinbart, aus ihnen „Kader“ zu formen. Für die Kinder bedeutete das ein Leben weit weg von Zuhause in einer vollkommen anders geordneten Gesellschaft.
Die immer wieder von der Partei- und Staatsführung der DDR geforderte Solidarität mit den „Jungen Nationalstaaten“ diente zuerst der eigenen Legitimation. Eine wirkliche Solidarisierung und damit ein Austausch von Gedanken, Weltanschauungen und Kulturen war nicht eingeplant. So blieben sich die Gäste und die Staßfurter Bevölkerung bis auf wenige Ausnahmen fremd. Damit wurde die Chance einer Begegnung unterschiedlicher Kulturen versäumt.
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„Man lebt sich auseinander“. Von der Schwierigkeit, Verwandte drüben zu besuchen (Jutta Gladen)
In diesem Jahr jährt sich der Mauerbau am 13. August 1961 zum 40. Mal. Damals schloss die DDR in Absprache mit der Sowjetunion ihre Grenzen. Familiäre Beziehungen wurden von einem auf den anderen Tag unterbrochen. Die Ministerien des Innern (Pass- und Meldewesen, Abschnittsbevollmächtigter, Abteilung Inneres) und für Staatssicherheit bestimmten fortan, wer sich sehen durfte und wer nicht.
In der Broschüre werden die damals geltenden Reiseverordnungen geschildert. Wie sie sich auf einzelne Menschen ausgewirkt haben, wird anhand ausgewählter Beschwerden und ihrer Bearbeitung deutlich. Die Folgen sind heute noch sicht- und fühlbar. Die Broschüre soll einen Beitrag zum Verständnis der Tatsache leisten, dass der Graben zwischen Ost- und Westdeutschland auch fast 12 Jahre nach der Maueröffnung nur schwer zu überwinden ist. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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Die Andere Zeitung – Medium der Opposition in Magdeburg 1990 (Thomas Etienne)
Pressefreiheit und die Abschaffung der Zensur waren neben der Forderung nach Reisefreiheit bei den Montagsdemonstrationen des Herbstes ’89 die meist genannten Wünsche. Die hier verteilten Sonderausgaben des Bezirksinformationsblattes des Neuen Forums waren schnell vergriffen und die Notwendigkeit einer eigenen Oppositionszeitung wurde immer deutlicher.
Ab Januar 1990 wurde aus dem einen Blatt „Die Andere Zeitung“, die DAZ. Wie es dazu kam und auch über das Ende berichten in dieser Broschüre die damaligen „Macher“. Die Zeitung, die mit großem Engagement erstellt wurde, gab es nur ein paar Monate. Wer sich aber erinnert, weiß wie dicht damals die Ereignisse beieinander lagen und wie groß die Aufbruchstimmung war. An diesem Gefühl hat die DAZ einen hohen Anteil. In der Stadtgeschichte sollten sie deshalb auf keinen Fall vergessen werden. Einen Beitrag dazu soll diese Broschüre leisten. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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„Frohe Zukunft“ – Keiner kommt hier besser raus. Strafvollzug im Jugendhaus Halle (Axel Reitel)
Der Jugendstrafvollzug der DDR ist bisher weitgehend ein Tabuthema geblieben. Gewalttätiger als im Erwachsenenvollzug ging es in den Jugendhäusern zu.
Erniedrigungen und Demütigungen waren an der Tagesordnung. Der Autor war selbst zweimal inhaftiert und hat für diese Broschüre Aktenrecherchen zum Jugendhaus Halle durchgeführt sowie ehemalige Häftlinge und Angestellte befragt.
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Friede und Gerechtigkeit heute. Das „Querfurter Papier“ – ein politisches Manifest für die Einhaltung der Menschenrechte in der DDR (Lothar Tautz)
1977 unterzeichneten Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirche in Querfurt ein Papier, das unter Berufung auf die KSZE-Schlussakte und die Charta 77 mehr demokratische Rechte und Freizügigkeit in der DDR einforderte. 25 Jahre danach widmete sich eine Tagung diesem Thema. Die Publikation enthält die gehaltenen Redebeiträge sowie wichtige Dokumente.
(Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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„Können Sie mir sagen, wie man Heimweh ausmerzt?“ Das Leben im Grenzgebiet war durch viele Einschränkungen belastet und besonders überwacht. Familien waren durch die Grenzziehung getrennt worden. Immer wieder versuchten Einzelne, die Grenze zu überwinden und setzten sich der Gefahr aus, durch Schüsse getroffen zu werden oder langjährige Haftstrafen verbüßen zu müssen. Der Autor beschreibt die Situation im Grenzgebiet anhand mehrerer Einzelschicksale.
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Die Sicht des MfS auf den Bergbau um Halle (Saale) (Horst Bringezu)
Die DDR war aufgrund der Rohstoffknappheit darauf angewiesen, Bergbau auch unter ungünstigsten Umständen zu betreiben. Die Bezirksverwaltung Halle des MfS untersuchte die deshalb häufig auftretenden Produktionsmängel und Havarien.
Der Autor schildert den Blick des MfS und anderer Einrichtungen auf die Hintergründe der Mängel. Besonders widmet er sich einer Störung, die 1988 im Teutschenthaler Gebiet auftrat. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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„Auf Weisung des Ministers …“ – Die Berichterstattung der Martin-Luther-Universität Halle zur politisch-ideologischen Situation 1959 bis 1989 (Heinrich Blobner / Dieter Knötzsch)
Die Hochschulen der DDR mussten auf Weisung des Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen regelmäßig Bericht über die politische Stimmung unter den Mitarbeitern und Studenten erstatten. Sie sind dieser Aufforderung über mehr als drei Jahrzehnte von 1955 bis Oktober 1989 gefolgt. Es wurde u. a. über „Besondere Vorkommnisse“, den Ausfall der Heizung bis zur Republikflucht, den Unfalltod einer Studentin bis zur Auflösung einer Beatband und über „gegnerischen Aktivitäten“ berichtet.
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„Der Weg ins Leben“ – DDR-Strafvollzug im Jugendhaus Dessau (Maud Rescheleit, Stefan Krippendorf) Die Broschüre gibt einen Überblick über den Strafvollzug im Jugendhaus Dessau unter besonderer Berücksichtigung der Schilderung des „Selbsterziehungssystems“. Zeitzeugenberichte, MfS-Akten und Publikationen zum Jugendstrafvollzug in der DDR wurden einbezogen. Zitat eines ehemaligen Häftlings: „Dann kam ich nach Dessau, was für mich die Hölle war.“
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„Zwischen Aufklärung und Zersetzung“ – Zum Einfluss des MfS auf die Zeugen Jehovas in der DDR am Beispiel der Brüder Pape (André Gursky)
Die Zeugen Jehovas wurden sowohl während der Zeit des Nationalsozialismus als auch nach 1945 in Ostdeutschland wegen ihres Glaubens verfolgt. Besonders die konsequente Verweigerung des Wehrdienstes und die Nichtanerkennung staatlicher Autorität stießen auf Widerstand. Nach anfänglicher Zulassung verbot die DDR 1950 die Vereinigung. 1963 legte das Ministerium für Staatsicherheit (MfS) einen Zentralen Operativen Vorgang unter dem Decknamen „Sumpf“ gegen die „illegale Leitung“ in der DDR an. Er wurde bis zum Herbst 1989 geführt. Vorliegende Broschüre erinnert nach vierzig Jahren an dieses Ereignis und damit an die Bearbeitung und Beobachtung der Zeugen Jehovas durch das MfS.
(Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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„Die Ereignisse um den 17. Juni 1953 im Bezirk Magdeburg, Schlaglichter“ (Anne Haertel) Ziel der vorliegenden Broschüre ist es, Demonstrationen und Streiks in den kleineren Orten auf dem Gebiet des vormaligen Bezirkes Magdeburg zu benennen. Im Vorfeld der Untersuchungen wurden durch die Behörde der Landesbeauftragten zwei Umfragen veranlasst.
Die Schilderungen machen deutlich, daß es sich damals um einen breiten Volksaufstand handelte, der sich auch in den kleinen Städten und Dörfern auswirkte. Männer, Frauen und Kinder waren daran beteiligt. Gefordert wurden Veränderungen der Lebensverhältnisse und der politischen Strukturen. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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„Die Ereignisse um den 17. Juni 1953 im Bezirk Halle, Schlaglichter“ (Stefanie Wahl, Hrsg.) Es ist Ziel der vorliegenden Broschüre, Demonstrationen und Streiks in den kleineren Orten auf dem Gebiet des vormaligen Bezirkes Halle unter Einbeziehung der Gegend um Jessen, welche zum Bezirk Cottbus gehörte, zu benennen. Die Schilderungen machen deutlich, daß es sich damals um einen breiten Volksaufstand handelte, der sich auch in den kleinen Städten und Dörfern auswirkte. Männer, Frauen und Kinder waren daran beteiligt. Gefordert wurden Veränderungen der Lebensverhältnisse und der politischen Strukturen.
Deutlich wurde Unmut geäußert, indem u.a. die Bilder der DDR-Repräsentanten (z.B. Ulbricht) abgehängt wurden; nicht nur in Halle, sondern z.B. auch im Konsum der Gemeinde Zappendorf.
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„Mit dem Mut zum gesunden Risiko“ (Justus Vesting) Zu den dunkelsten Kapiteln der DDR-Geschichte gehören die gnadenlose Verschmutzung der Umwelt und die Ausbeutung der Menschen nach Plan ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit. In vielen Bereichen, in denen niemand mehr arbeiten wollte, wurden Strafgefangene und später auch Bausoldaten eingesetzt. Hierzu gehören neben Tagebauen und Kalkwerken auch Betriebe im Chemiedreieck des Bezirkes Halle. Zu Beginn der 80er Jahre kam es sogar zu Todesfällen, die auch in der Bundesrepublik bekannt wurden.
Justus Vesting hat Aktenbestände verschiedener Archive durchgesehen und Betroffene befragt. Ziel dieser Arbeit ist es auch, einen Beitrag für eine bessere Praxis bei der Anerkennung gesundheitlicher Haftfolgeschäden zu leisten.
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„Feindzentrale Onkel Theo“ – Eine private Hilfsaktion für DDR-Bürger und ihre politische Dimension – 15 Jahre Mauerfall! (Anne Schemann) Die Themen Flucht und Ausreise aus der DDR bestimmten zu einem großen Teil die Politik der Jahre bis 1989. Das Leben auf gepackten Koffern war für die Betroffenen nur schwer auszuhalten. Unterstützung fanden sie in Selbsthilfegruppen, manchmal auch in kirchlichen Räumen. Zu denen, die ihnen Mut machten, gehörte Theo Koening. Er baute insgesamt 727 DDR-Kontakte über die Grenze hinweg auf, zu denen viele Familien gehörten. Er schickte ihnen regelmäßig ermutigende Briefe und Pakete. Als „Feindzentrale“ wurde er vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) erbittert bekämpft. Die Veröffentlichung der Geschichte von Theo Koening anlässlich des 15. Jahrestages dieser Ereignisse versteht sich als Würdigung seiner Arbeit. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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„Wir überlassen keinen dem Gegner“: Die Evangelische Studentengemeinde in Magdeburg im Blick der Staatssicherheit (Jutta Gladen) Die Evangelische Studentengemeinde (ESG) wurde 1954 in Magdeburg auf Initiative von Studenten gegründet. Vorliegende Broschüre erscheint anlässlich des 50-jährigen Bestehens. Darin soll die Sicht der DDR-Sicherheitsorgane auf die Arbeit der ESG und ihre Folgen in einigen Schlaglichtern deutlich werden: Bespitzelung, Exmatrikulationen und Inhaftierungen von Studenten und Studentenpfarrern.
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„… Nicht nur ein Förderinstitut“ Mit der Arbeiter- und Bauern-Fakultät II Halle wurde vor 50 Jahren eine kommunistische Kaderschmiede gegründet (Dr. Karl-Adolf Zech) Die Einrichtung der Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten in der DDR war ein pädagogisches und soziales Großexperiment. Könnte die
Beschäftigung damit im Pisa-Zeitalter auf heute übertragbare Erkenntnisse zutage bringen? Nicht nur arrivierte SED-Auslesekader sind voll überschwänglichen Lobes. Aber waren die ABF wirklich Anstalten, die Mut machten, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, an denen es eher zuviel Demokratie als zuwenig gegeben hat, Einrichtungen lediglich zur sozial gerechten Gegenprivilegierung der Bildung, die gar einen „kritischen Geist“ prägten und die von den westlichen „Siegern“ ungerecht beurteilt werden, wie es heute verklärt wird? Der Beitrag geht diesen Fragen nach, indem die vor 50 Jahren gegründete Sonder-ABF Halle II anhand exemplarischer Vorgänge in ihrer historischen Entwicklung beleuchtet wird. Dem liegen neben den Akten verschiedener nun zugänglicher Archive und Gespräche mit Zeitzeugen auch persönliche Erfahrungen des Autors zugrunde. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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Das MfS in der Schuh-Industrie am Beispiel des Direktors für Forschung und Technik der „VVB Schuhe“ Weißenfels Karl-Heinz Werner (Johannes Kunze)
Von der SED verordnete Fünf-Jahr-Pläne mit einem ausgefeilten Anpassungs- und Korrektursystem prägten die Volkswirtschaft der
DDR. Stimmte diese „Plan“-Wirtschaft auf dem Papier schon nicht, verursachte sie in der Realität regelmäßig Chaos. Aus Angst vor Sabotage hatte das Ministerium für Staatssicherheit in diesem Bereich sehr viele offizielle und inoffizielle Mitarbeiter platziert. Genau wie die SED und häufig mit ihr nahm es auf die verschiedenste Weise Einfluss, oft mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen.
Das musste auch der Technische Direktor Karl-Heinz Werner spüren, der gemeinsam mit einigen anderen versuchte, die Schuhindustrie mit ihrem Vorstufenbereich der gesamten DDR in Schwung zu bringen und mit Gefängnishaft bestraft wurde. Mit seiner Hilfe und sehr viel Engagement ist es Johannes Kunze, ebenfalls ehemaliger Mitarbeiter des VEB Kombinat Schuhe, gelungen, ein Kapitel Industriegeschichte der Region Weißenfels aufzuarbeiten. Da es sich hierbei um einen der größten und bedeutendsten Betriebe in seinem Bereich handelte, hat der Landkreis Weißenfels dieses Projekt gern unterstützt.
(Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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Selbsttötungen in der DDR und das Wirken des Ministeriums für Staatssicherheit (Udo Grashoff)
Selbsttötungen waren in der DDR ein Tabu-Thema. Darüber, dass auch im Realsozialismus immer wieder Menschen aus unterschiedlichen Gründen in für sie ausweglose Situationen gerieten, sollte nicht öffentlich geredet werden.
Die DDR gehörte zu den Ländern mit einer überdurchschnittlich hohen Zahl von Selbsttötungen. Seit ihrem Ende ist die Anzahl gesunken.
Udo Grashoff ist Historiker. Er wurde u.a. durch vielfältige Veröffentlichungen zur Geschichte des 17. Juni 1953 und des Herbstes 1989 bekannt. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens ist er der Frage nachgegangen, welchen Einfluß das Ministerium für Staatssicherheit auf Entscheidungen zur Selbsttötung und bei den Ermittlungen in diesem Bereich hatte. In der Broschüre stellt er einige Schicksale an Hand der überlieferten Aktenbestände vor. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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Die (DDR-)Geschichte des Atommüll-Endlagers Morsleben (Falk Beyer) In Morsleben befindet sich das zentrale Endlager für radioaktive Abfälle der ehemaligen DDR. Es wurde für die Entsorgung niedrig- und mittelradioaktiver Abfälle genehmigt. Das ERAM (Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben) ist ein stillgelegtes Salzbergwerk mit Doppelschachtanlage. Seit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurde dort zunächst Kali- und später Steinsalz abgebaut. Im Schacht „Bartensleben“ fand nach der Umwidmung des Bergwerkes die Einlagerung der radioaktiven Abfälle statt. Schacht „Marie“ diente als Wetterschacht, d. h. zur Be- und Entlüftung des Endlagers. Zeitweise wurde dort auch cyanidhaltiger Giftmüll zwischengelagert.
1966 wurde der erste Leistungsreaktor der DDR in Rheinsberg in Betrieb genommen. Spätestens jetzt musste eine Möglichkeit für die Entsorgung des entstehenden Atommülls gefunden werden, zumal die DDR-Regierung ein großangelegtes Atomreaktoren-Programm plante. Zehn Anlagen kamen als Endlagerstandorte in die nähere Auswahl. 1969 fiel die Entscheidung für Morsleben. Die erste Einlagerung von radioaktiven Abfällen erfolgte 1971. Erst 1986 erteilte das Staatliche Amt für Atomsicherheit und Strahlenschutz (SAAS) die unbefristete Dauerbetriebsgenehmigung, die die Endlagerung von nicht wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen erlaubte. Neben den genehmigten endgelagerten Abfällen befinden sich in Morsleben weitere Strahlenquellen, deren Einlagerung von der Dauerbetriebsgenehmigung des Endlagers nicht erfasst wird. Daher werden diese teils hochradioaktiven Stoffe auf unbestimmte Dauer „zwischengelagert“. Die Sicherheitsbedenken von Fachleuten und aus der Bevölkerung machten das ERAM spätestens ab 1990 zu einem brisanten Thema. Die zu DDR-Zeiten vorherrschende Sicherheitsphilosophie und Mentalität ermöglichten die Einrichtung dieser stark umstrittenen Anlage. Dass die Regierung der BRD entgegen den geltenden Sicherheitsstandards und Kriterien das ERAM übernahm und weiterbetreiben wollte, führte zu massivem Widerstand. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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„Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Die Erkenntnisse des Ministeriums für Staatssicherheit über 117 ehemalige Torgauer Häftlinge“ Anläßlich des 60. Jahrestages des Kriegsendes 1945 werden die Erkenntnisse des MfS zu 117 ehemaligen Häftlingen vorgestellt, die hauptsächlich von Sowjetischen Militärtribunalen für vorgeworfene Straftaten aus der Zeit des Nationalsozialismus und der SBZ/DDR verurteilt wurden und während der Haft Anfang der 50er Jahre im Zuchthaus Torgau verstarben. Ihre sterblichen Überreste wurden anschließend eingeäschert und anonym auf dem Gertraudenfriedhof in Halle bestattet. Eine Medizinerin hat die sich unter den Personalakten befindlichen Krankenunterlagen ausgewertet.
Deutlich werden u.a. das krasse Mißverhältnis zwischen dem Strafvorwurf und der verhängten Strafe sowie die menschenverachtenden Haftbedingungen mit ihren todbringenden Folgen. (Gedruckte Exemplare sind noch verfügbar.)
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Wir rufen Freiheit! Hans-Joachim Fischer. Gestorbene Hoffnungen (Edda Ahrberg, Friedhelm Thiedig) „Wir rufen Freiheit! Der Tag der Rache kommt! Im Frühjahr 1953 hat die SU-Zone (DDR) die Freiheit des Westens, die wahre Demokratie, haltet aus! Nieder mit Moskaus Jüngern Pieck und Konsorten!“ Diese Worte ritzt Hans-Joachim Fischer am 25. Juni 1952 in den Ölsockel der Zelle 19 im Polizeigefängnis von Halle. Er hatte soeben seine Anklageschrift bekommen, in der ihm vorgeworfen wird, Verbrechen und Vergehen nach Artikel 6 der DDR-Verfassung und Kontrollratsdirektive 38 Abschnitt II Art. III A III und § 47 StGB begangen zu haben.
Dieser fast prophetische Spruch brachte ihm eine zusätzliche Verurteilung und die Erhöhung der Strafe auf 8 Jahre und 6 Monate ein. Im Herbst 1957 wurde er in die Bundesrepublik zu seinen Eltern entlassen und nahm sich dort im Mai 1958 das Leben. Am 17. Juni 1994 wurde er auf Antrag seiner ältesten Schwester rehabilitiert.
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Tod in der Spree; Zur Erinnerung an Klaus Schröter, erschossen auf der Flucht am 4. 11. 1963
Klaus Schröter wurde im Alter von 23 Jahren bei dem Versuch, aus der DDR zu fliehen, in Berlin erschossen. Als offizielle Todesursache wurde „Gehirnprellung“ angegeben, aber verschwiegen, daß diese durch einen Schuß verursacht wurde.
Klaus Schröter stammte aus Friedersdorf bei Bitterfeld. Ein Bekannter der Familie, deren Mitglieder inzwischen verstorben sind, bat die Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes in Sachsen-Anhalt über das Schicksal von Klaus Schröter die Öffentlichkeit im Umkreis von Friedersdorf zu informieren. Dieser Bitte wird mit der Veröffentlichung nachgekommen und gleichzeitig stellvertretend damit an viele andere Menschen gedacht, die bei dem Versuch, die DDR zu verlassen, ums Leben kamen.
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